Suchtprävention

Suchtprävention

Tipps für konstruktiven Umgang mit Alkohol & Tabak

Im Rahmen des Vereinscoachings haben Mitarbeiter des Instituts Suchtprävention Funktionären, Trainern und Erziehungsberechtigten von Spielern bei kostenlosen Workshops wichtige Inputs für die Handhabung rund um das Thema Alkohol und Nikotin gegeben.

Ländermatch: 50.000 Fußballfans schwenken im Rhythmus des Radetzkymarsches voller Enthusiasmus rot-weiß-rote Fähnchen mit dem Logo einer heimischen Brauerei darauf. Die Alkoholwirtschaft und der Sport sind in Österreich besonders eng miteinander verwoben. Aber nicht nur auf nationaler und internationaler Ebene spielt das Alkohol-Sponsoring eine (über)lebenswichtige Rolle für Sportvereine und -verbände. Viele kleinere Vereine benötigen die Erlöse aus dem Getränkeverkauf für die Nachwuchsarbeit, für dringend notwendige Sanierungen und weitere essentielle Investitionen. Den finanziellen Erlösen auf der Habenseite steht allerdings die Verantwortung der Vereine im Umgang mit Alkohol gegenüber.

Pädagogische Verantwortung
Neben Familie und Schule sind Vereine wichtige Lebensräume, in denen sich Kinder und Jugendliche aufhalten und dabei soziale Erfahrungen sammeln und ihre Persönlichkeit weiterentwickeln können. Die Betreuerinnen und Betreuer in den Vereinen haben hier als Bezugspersonen eine wichtige Vorbildrolle und tragen auch eine pädagogische Verantwortung. Das betrifft speziell auch den Umgang mit Alkohol oder Tabak. Denn die Einstellungen und Verhaltensweisen dazu werden im Kinder- und Jugendalter gelernt.

Sinnvolle Präventionsarbeit
Eltern, aber auch andere Bezugspersonen außerhalb der Familie, können wesentlich dazu beitragen, dass Kinder Schutzfaktoren gegen Sucht beziehungsweise einen verantwortungsvollen Umgang mit Genuss- und Suchtmitteln entwickeln. Auf Vereinsebene gibt es drei wesentliche Ansatzebenen für die Verantwortung gegenüber Kindern und Jugendlichen: im Zuge der Nachwuchsarbeit (Trainer/innen), im Vereinsumfeld (Kantine, Mannschaft- und Vereinsbesprechungen) und im öffentlichen Wirken und Auftreten des Vereins (zum Beispiel bei Vereinsfesten). Das Handlungsspektrum ist groß. Beispiele für präventiv sinnvolles Handeln sind die bewusste Vermittlung von Werten, klare Regelungen im Umgang mit Alkohol und Nikotin, entsprechende Ausbildungen für Trainer oder die Einhaltung des Jugendschutzes bei Veranstaltungen.  

Ratschläge für Vereine
Im Rahmen der Vereinscoaching-Informationsveranstaltungen wurden auch jene zehn Tipps für den Umgang mit Alkohol - in Anlehnung an eine Publikation der Sportjugend Hessen (Sabine Bertram, Sportjugend Hessen 2012, www.sportjugend-hessen.de) - thematisiert, die maßgeblich für eine zielführende Suchtprävention in den Vereinen sind. Hier gibt es die Ratschläge zum Nachlesen:

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran

Denken Sie daran, dass Sie ein Vorbild für die Kinder und Jugendlichen sind! Verzichten Sie bei Mannschaftssitzungen und während der Betreuung beim Sport auf Alkohol. Trinken Sie bei geselligen Veranstaltungen - vor allem bei Feiern mit Jugendlichen - nur mäßig.

Jugendschutzbestimmungen beachten

Bitte beachten Sie bei allen Vereinsveranstaltungen und Aktivitäten das Jugendschutzgesetz, das u. a. den Ausschank von Alkohol an Jugendliche unter 16 Jahren verbietet. Nehmen Sie bereits bei der Ankündigung von Vereinsfesten (Plakate, Einladungen, etc.) einen kurzen Hinweis auf die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes auf.

Angebot und Preisgestaltung beeinflussen

Bieten Sie ein attraktives Angebot an alkoholfreien Getränken an, werben Sie dafür und setzen Sie sich dafür ein, dass auch im Vereinsheim mindestens ein alkoholfreies Getränk billiger ist als Bier oder Wein. Eine schöne Idee sind auch alkoholfreie Cocktails, die attraktiv aussehen und hervorragend schmecken, wie zum Beispiel die alkfreien Drinks der Barfuss-Bar (www.barfuss-bar.at). 

Auf Mixgetränke verzichten

Mixgetränke beziehungsweise "Alkopops", also Limonadengetränke mit zum Teil hochprozentigem Alkohol, sind bei Jugendlichen beliebt. Doch weil der süße Geschmack den Alkohol überdeckt, sind sie für Jugendliche schwer einzuschätzen und haben deshalb im Sportverein nichts zu suchen.

Kein Gruppenzwang

Animieren Sie nicht zum Trinken und überlegen Sie sich Alternativen zum Alkohol als Belohnung - wie etwa nach Siegen - oder zum Trost bei Niederlagen.

Akzeptieren Sie ein "Nein"

Möchte jemand in Ihrem Umfeld derzeit oder generell auf Alkohol verzichten, akzeptieren Sie diese Einstellung. Bestärken Sie vor allem Jugendliche, die keinen Alkohol trinken wollen, in ihrem Verhalten.

Festkultur bei Vereinsveranstaltungen

Verzichten Sie zum Beispiel auf eine "Happy Hour" mit billigem Alkohol. Animieren Sie nicht über Spiele, Ansagen oder die Band zum "Kampftrinken". Überlegen Sie, wie Sie bei ihren Vereinsveranstaltungen eine Festkultur ermöglichen, die einen genussvollen Umgang mit Alkohol fördert und Rauschexzesse vermeidet. Das kommt auch dem Vereinsimage zugute. Ein Großteil von befragten Jugendlichen gab an, sich bei Problemen an ihren Trainer zu wenden. Bieten Sie sich aktiv als Ansprechpartner an und gehen Sie aktiv auf Kinder und Jugendliche zu, wenn Sie sich Sorgen machen.

Für Fahrer gilt: Null Promille!

Eltern oder andere Erwachsene stellen sich erfreulicherweise oft als Fahrer für junge Sportler zur Verfügung. Für sie gilt unbedingt: Hände weg vom Alkohol!

Eltern und Betreuer sind Vorbilder

Bedenken Sie als Erwachsener, wenn Sie als Zuschauer oder Elternteil am Spielfeldrand Alkohol trinken, dass Sie - bewusst oder unbewusst - Vorbilder für Kinder und Jugendliche sind. Leben Sie auch selbst vor, was Sie von anderen verlangen!

 

Übrigens: Wenn Sie diese oder weitere Regeln gemeinsam mit Eltern, Betreuern und Jugendlichen erarbeiten, steigen die Chancen, dass sie auch eingehalten werden!

 

Aber wie können Eltern und Trainer zielführend Maßnahmen setzen und Jugendliche erreichen? Wie können Vereine einwirken? Antworten darauf gibt es in den informativen Broschüren des Instituts Suchtprävention, das gemeinsam mit dem OÖ FUSSBALLVERBAND und der Österreichischen Gesundheitskasse eine Sonderedition publiziert hat. Folgende Broschüren gibt es hier zum Download:

 


ÜBERS RAUCHEN REDEN


ÜBER ALKOHOL REDEN


ÜBER CANNABIS REDEN

Die kostenlosen Broschüren liegen in gedruckter Form auf der OÖFV-Geschäftsstelle in Linz auf und können von interessierten Eltern und Vereinsvertretern dort abgeholt werden.

HIER gibt es die Unterlagen des Workshops im Rahmen der Vereinscoaching-Tagung 2016 zum Download.

 

Hilfreich bei der Umsetzung nachhaltiger Projekte ist eine weitere von OÖFV, ÖGK und Institut Suchtprävention publizierte Broschüre, die Im Sommer 2016 erschienen ist und Impulse zu einem konstruktiven Umgang mit Alkohol und Rauchen im Fußballverein gibt. Darin fließen Inhalte aus den Workshops ein und es wird die Rolle des Fußballs als Lebensschule unterstrichen. Im Mittelpunkt steht der pädagogische Ansatz: Die Vereine sind ein wichtiger Lebensraum für Kinder und Jugendliche. Trainer, Funktionäre und das gesamte Klubumfeld sind außerhalb der Familie extrem wichtige Bezugspersonen, die eine Vorbildfunktion zu erfüllen haben. Beispiele und Vorschläge zur Schaffung und Gewährleistung eines positiven Umfelds machen die Broschüre zu einem wichtigen Werkzeug im Vereinsalltag. HIER gibt es die Broschüre zum Download.

 

Buchen Sie einen kostenlosen Workshop zum Thema Suchtprävention in den eigenen Vereinsräumlichkeiten - mehr Infos HIER.

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